Links des Tages #9

Ist zwar ein Geschäftsmagazin, aber für den ein oder anderen Russlandinteressierten ganz spannend (so für mich)


Graslutscher: Empfehlung für die Blogroll, insbesondere auch für nicht-Vegetarier/Veganer

Urteil: Irreführende Werbung/Verbraucherschutz

Interessanter Typ, hmm?

GE(ht’s noch)MA

Neuster Blödsinn, bzw. neuerer Blödsinn ist ja diese GEMA-Nummer (2. Quelle).
Die GEMA ist ja bereits in der Vergangenheit mit einer gewissen Unverträglichkeit mit den Möglichkeiten des #Neulandes und den großverdienenden Club- und Barbetreibern aufgefallen. Daneben werden ihre Geschäftspraktiken auch regelmäßig kritisch bewertet.

Wie auch in diesem Spiegel-Artikel zu lesen wird aktuell über die Frage gestritten, inwieweit das Einbetten eines Videos als Vervielfältigung des Linkinhaltes gewertet werden kann.
Da das Wesentliche bereits in den Artikeln gesagt wurde, bzw. leicht im Netz zu finden ist, nur ein kurzes Statement meinerseits:
Das Einfügen eines Links ist mit einem offenen Fenster vergleichbar. D.h. ich biete meinen Lesern, die vermutlich zum Großteil ohnehin nur aus meinen Freunden bestehen dürften, einen Pfad zu weiteren Informationsquellen, ohne deren Inhalt physikalisch auf meine Seite, resp. den Blogsportserver zu übernehmen.
Das Einbetten eines Videos geschieht, indem mir ein Code zur Verfügung gestellt wird, der in etwa (habe einen kleinen Teil weg gelassen) wie folgt aussieht:

iframe width=“560″ height=“315″ src=“//www.youtube.com/embed/00bwg4BRY7I“ frameborder=“0″ allowfullscreen>

Wie wir relativ klar erkennen können, befindet sich MITTEN in diesem Code ein Link. Alleine hierfür müsste man keine Miss Marple sein, um einen Zusammenhang herzustellen.
Der Betreiber der Videoplattform stellt mir

    seinen

Code, der in einer anerkannten, gängigen Programmiersprache verfasst wurde, damit mein Blogbetreiber überhaupt etwas damit anfangen kann, zur Verfügung, um darin einen Link von sich, in diesem Falle ein Video, zu abzubilden. Dabei verbleibt der Inhalt auf dem Server des Plattformbetreibers. D.h. schaut man sich nachfolgende Videos an, geht irgendwo bei Youtube eine Festplatte an und stellt den Inhalt bereit.
Zu vergleichen ist die Situation, wie oben angedeutet, ganz grob mit einem offenen Fenster, aus dem Musik zu hören oder ein Fernsehbild zu sehen ist. Keiner -außer der GEMA und ggf. der GEZ- würde auf die Idee kommen, mich oder meinen Nachbarn zur Kasse zu bitten, weil ich seine Musik mit höre/seine Sendung mit anschaue, wenn ich an meinem Fenster sitze und seines im Haus gegenüber offen steht.
Weil das zwar hirnrissig, die GEMA aber ein echt gefährlicher Laden ist (so gefährlich wie ein hoch lukratives Wirtschaftsunternehmen nun mal ist), haben einige Menschen sich entschieden eine Petition gegen diesen Blödfug ins Netz zu stellen.

Und weil die einzig richtige Form der Kritik die Aktion ist:

Übrigens wollte ich eigentlich den GEMA-Imagefilm einbinden. Merkwürdigerweise ist der auf keiner Videoplattform aufzufinden und kann von mir leider nur als Link angeboten werden: https://www.gema.de/presse/bildmaterial-audio-video/imagefilm.html

Erfreulicherweise hat die GEMA etwas von der FDP und dekonstruiert sich zusehends selbst mit ihren innovativen Ideen.
Mittlerweile existiert nämlich eine (gar nicht mehr so) kleine Szene von Bands, Studios, Musiker*innen und Menschen die kreativ arbeiten, die einfach nicht mehr mitspielen. Ein schönes Beispiel das man auch trotzdem Geld damit verdienen kann und nicht auf sein Taschengeld von genannter Gesellschaft angewiesen ist zeigt dieses Imagevideo:

Brandanschlag?

UPDATE: NDR – Täter vermutlich gefasst

Spiegel Meldung
Ein Demoaufruf

Es kann derzeit nicht gesagt werden, inwieweit die Tat einen (wie auch immer gearteten) rechtsextremen, xenophoben oder rassistischen Hintergrund hatte. In den letzten Jahren sind in Hamburg auch vermehrt Kinderwagen aus reinem „jugendlichen Leichtsinn/Blödheit“ in Brand gesteckt worden.
Es kann also sein, dass wir dem Umstand eine Dynamik verleihen, die nicht angemessen sein könnte.
Was also bedeutet das für uns (wenn ich damit einfach mal alle Menschen zusammenfassen darf, die bereit sind herrschende Verhältnisse anzuprangern):

In den letzten Jahren sind durch den NSU mindestens 9 Menschen aus primär rassistischen Motiven ermordet worden. In all diesen Fällen wurde das Umfeld der Opfer verdächtigt. Die Morde wurden durch die Presse beleidigend als „Dönermorde“ verklärt. Eine Vielzahl von Menschen hätten vermutlich durch frühe Ermittlungen in die richtige Richtung gerettet werden können.
Daneben gab es auch viele Opfer, die nicht von einer Terrorzelle, sondern von „ganz normalen Menschen“ verletzt und getötet wurden. Darunter auch Fälle bei denen Polizisten selbst im Verdacht stehen, die Täter zu sein…
Das noch größere Problem allerdings, war und ist das nicht-wahrhaben-wollen der Öffentlichkeit. Eine Gesellschaft die nicht realisieren will, dass Rassismus allgegenwärtig und Hass auf alles, was fremd erscheint, weit verbreitet ist.
Auch wenn wir nicht wissen, inwieweit es sich bei diesem Ereignis um eine rassistisch-motivierte Tat handelt, (wir wissen ja noch nicht einmal ob ein Vorsatz im Sinne einer Tötungsabsicht bestand,) steckt uns doch allen ein Klos im Hals, wenn wir von einem brennenden Haus mit Todesopfern hören, in dem Asylbewerber oder aber auch „nur“ Menschen lebten, denen von unserer Gesellschaft abgesprochen wird, originärer Teil der deutschen Kultur zu sein.

Zu sehr erinnert uns das alles an Vergangenes; an Mölln, an Lichtenhagen, an jeden verdammten Sonntag, an dem wir uns den Faschisten entgegenstellen.
An ihren Hass und die Bereitschaft, Menschen wegen Herkunft und Hautfarbe zu verletzen und zu töten…
Und trotzdem wissen wir, dass wir wenige sind.
Wir wissen, wie viele „Mitbürger“ sich taub und stumm stellen und wie Opfer immer wieder zu Tätern stilisiert werden.
Wir wissen auch, wie wenig Aufklärungsinteresse in der Vergangenheit bestand.
Und wir wissen, dass Dinge nur so lange wichtig sind, wie wir ihnen Wichtigkeit beimessen. So bedauerlich das klingen mag…
…genau deswegen muss Öffentlichkeit hergestellt und ein Bewusstsein geschaffen werden. Ohne Kompromisse.

Die Menschen sollen und müssen damit konfrontiert werden, was in ihrer Gesellschaft passiert.
Niemand soll je wieder sagen können, er habe von all den Verbrechen keine Ahnung gehabt!

Auch wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass es sich um keinen Anschlag handelte, wäre geschehen, was seit langem mal wieder fällig war:
Uns wurde ein Spiegel vorgehalten.

Also beteiligt euch an Aktionen, macht Druck auf die Ermittlungsbehörden, organisiert euch!

Nachsatz:
Ich bin dagegen jetzt schon von rassistischen Morden zu sprechen.
Dafür ist mir die Beweislast zu dünn. Allerdings denke ich, dass ein paar Menschen, die bereits jetzt von Morden sprechen lediglich ein adäquates Gegengewicht zur Verklärungsmentalität der hiesigen Presselandschaft darstellen. Insofern ist das für mich zu vernachlässigen.

Zweiter Nachsatz:
Ich schrieb eben, das mir die Beweislast zu dünn sei und möchte dazu noch kurz etwas los werden.
Ich denke, dass diskutiert werden muss, inwieweit ich mich falsch verhalte, inwieweit man sich falsch verhalten kann, wenn man als deutscher, weißer Linker einer Person of Color unterstellt per se ein Opfer zu sein. Diese Form des Protektionismus ist nicht unkritisch zu sehen. Immerhin bin ich es, als deutscher, weißer Linker und nicht der „Marginalisierte“ selbst, der entscheidet, wen er beschützen möchte und wen nicht.
Dies ist insofern schwierig, als dass wir Solidarität als unsere stärkste Waffe ansehen.
Meine Meinung hierzu: Dieser Diskurs darf nicht verhindern, dass ich helfe, wo ich helfen kann. Aber es sollte gefragt werden, wer mich überhaupt um Hilfe bittet oder ob ich ein mutmaßliches um-Hilfe-bitten voraussetzen kann, sofern die betreffende Person nicht in der Lage ist um Beistand zu bitten.
Manchmal ist es auch so, dass man aus einer solchen Zwickmühle nicht wirklich elegant heraus kommt:
Der Diskurs muss allerdings am Leben gehalten werden, um dafür zu sensibilisieren, dass wir die derzeitigen Verhältnisse möglichst nicht in unserer Arbeit reproduzieren (Der König ist tot, lang lebe der König!)…

Sie waren Antifaschisten

Ich habe -mehr oder minder durch Zufall- in den letzten 24 Stunden von insgesamt 6 Personen zu hören bekommen, dass ihre Groß- bzw. Urgroßeltern wahlweise gegen Hitler gekämpft oder aber zumindest ihre Arbeitserlaubnis verloren hätten.
Das ist ein heikles Thema. Mir käme nicht in den Sinn das Andenken an Opfer des Nationalsozialismus zu beschmutzen, und dennoch fragt man sich in solchen Momenten, wieso das alles so gut funktioniert hat und -sofern die Sache mit dem Krieg nicht gewesen wäre- wohl auch weiter funktioniert hätte, wenn eine so überproportional große Menge an Personen gekämpft „oder aber zumindest“ nicht mitgespielt hätten…
Eigentlich, mag man meinen, ist das Thema doch ein alter Hut und man solle Kinder und Enkel von zumeist ja inzwischen Verstorbenen ihren guten Glauben lassen. Nur ist es keine zwei Tage her, dass ich am Bett einer Patientin stand, die ein Foto von einem „schneidigen jungen Mann“ in SS-Uniform auf ihrem Nachttisch stehen hatte. Das macht es für mich irgendwie aktuell.

Herr Winehouse, falls du mit liest: Dir gilt da mein Vertrauen…
Vielen anderen aber einfach nicht.

Schwule Stofftiere

Als ich vor ca. 2 Wochen ein Geburtstagsgeschenk für einen bekannten in einem Spielwarenladen gekauft habe, drängelte sich ein kleiner junge mit einem solchen Stoffleoparden in der Hand an mir vorbei:

Leo

…irgendwie erregte die ganze Situation meine Aufmerksamkeit. Dabei war mir nicht so recht klar wieso…
Super war dann der Dialog zwischen der Kassiererin und der Mutter:

„Er findet den so klasse! Ich kann den auch gut leiden.“
„Mir gefällt der auch! (…als ob eine Kassierin je etwas anderes sagen würde…) Wollen Sie ihn haben?“
„Mein Mann ist sich noch nicht so ganz sicher…“
„Dann muss der eben mal zurückstecken“
[Lachen]

Der Ehemann stand nämlich mit säuerlichem Gesichtsausdruck daneben und blickte immer und immer wieder gequält auf das grausam-entsetzlich-schwuchtelige Spielzeug, dass sich sein Stammhalter da ausgesucht hatte…

Am liebsten hätte ich ihm ja auf die Schulter geklopft:

Na? Angst, dass Sohnemann ans andere Ufer schwimmt?“

…ach, das wäre so schön gewesen…