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TextSecure

Ein Freund und ich haben in den letzten Wochen etwas mit WhatsApp-Alternativen rumprobiert. Er, zugegeben, mehr als ich. Insofern reblogge ich hier einen kleinen Eintrag von ihm zum Gewinner unseres Contests: TextSecure

Kurzinfos
- Verschlüsselter Pushnachrichtendienst
- Dezentrale Server
- Open Source
- SMS Verwaltung möglich
- Kontaktverwaltung über Telefonnummern (d.h. wie von WhatsApp bekannt)

Gute Neuigkeiten: Der Messenger TextSecure hat ein Update bekommen, das eine Schwäche ausbessert, die ich auch schon kritisiert habe. Und zwar gibt es jetzt eine Abfrage vor dem Senden von SMS an PUSH Kontakte.
Klingt erst mal langweilig. Macht diese APP dadurch aber zur Killer-Instant-Messenger-App. Längen besser als Threema und Whatsapp. Vergesst vor allem Threema – wirklich. TextSecure ist die erste praktikable und komfortable All-in-One Lösung. Kostenlos, verschlüsselt, open source – auch für Otto Normalnutzer. Holen!

Warum? Unabhängig vom Sicherheitsaspekt:
Erstens ersetzt die App euren SMS Clienten. Daher ist das prinzipiell gar kein zusätzliches Programm. Ihr könnt, wenn ihr wollt also einen anderen Messengerclienten parallel laufen lassen ohne zwischen verschiedenen Programmen wechseln zu müssen. FB Messengerbz.B. Aber eigentlich braucht ihr den garnicht.
Zweitens nutzt das Gerät eure Kontakte, die ihr schon auf dem Handy habt. Wie bei Whatsapp könnt ihr also direkt anfangen euch mit euren Kontakten zu unterhalten. Kein Codegscanne, kein Nickname austauschen,… nötig. Einfach loschatten. Die alten SMS werden sogar übernommen.
Drittens: Ihr könnt euch sicher sein, dass die Nachricht auch ankommt, wenn der Gegenpart nicht im Netz ist. Dann wird nämlich eine SMS geschickt. Jetzt aber mit Abfrage vor dem Losschicken, wenn diese Fallbackebene genutzt wird. Damit ist das jetzt auch das Argument für die App. Vorher war das etwas ungeschickt gelöst.
Viertens: Damit braucht der Empfänger das gleiche Programm gar nicht. Das Grundproblem und Henne-Ei Problem aller Messenger. Die Nachricht ist dann halt unverschlüsselt. Fünftens: Gut gemachte Gruppenchatfunktion.
Sechstens: cyan mögen mod nutzt das Protokoll und CM alleine hat schon mehr als 10 000 000 Nutzer.

Kurzum: Alles was ihr von einem IM Clienten wollt und mehr. Kostenlos und komfortabel. Vor allem Leute mit SMS Flat sollten wechseln und damit andere Messenger ersetzen. Allein aus Bequemlichkeitsgründen.

Jetzt die Verachlüsselungsvorteile: Ausschlaggebend ist der leichte und unkomplizierte Schlüsselaustausch. Keine Cryptokenntnisse, kein Hintergrundwissen erforderlich. Auch der Authentifizierungsvorgang bei der Einrichtung ist schnell und unkompliziert (Ein Klick).
Open Source, dezentrale Serverstruktur, ordentliche Verschlüsselung, Authentifizierungsmöglichkeit für Gesprächspartner. Dazu werden auch SMS zwischen Nutzern der App verschlüsselt.
Das klingt zu kompliziert? Im Gegenteil. Chantalle aus der 9. kann den Messenger installieren und benutzen. Versprochen.

Bonus: Wenn ihr wollt, werden die SMS, Nachrichten und MMS auch geschützt. Bei TextSecure könnt ihr (aber müsst nicht) ein Passwort bei der Einrichtung festlegen, mit dem eure Nachrichten auf dem Gerät verschlüsselt werden. So seit ihr auf der sicheren Seite, sollte das Smartphone mal geklaut werden oder verloren gehen.

Hab ich schon gesagt, dass es kostenlos ist? Keine Downloadgebühr, keine jährlichen Zahlungen. Die APP bettelt nicht um Spenden und will auch nicht eure Kontakte andauernd dazu bringen, dass sie es auch herunterladen.

Also holen, holen, holen. Je mehr Kommunikation verschlüsselt wird um so besser und jetzt braucht schon jeder das Wissen um die richtigen tools, sollten unsere Geheimdienste oder Regierung noch mehr durchdrehen. Textsecure hat sich schon während des arabischen Frühlings bewährt.
Wer Hilfe bei der Einrichtung braucht, sagt einfach bescheid – Ich helfe gerne.

Wichtig ist, nach der Installation, die Option „Erlaube SMS Versand“ unter Einstellungen so einzustellen, wie man es braucht.

Download: https://play.google.com/store/apps/details?id=org.thoughtcrime.securesms oder https://whispersystems.org/

Haupthaken momentan: Iphone Besitzer kucken (noch) in die Röhre. Bald sollte der Dienst allerdings cross platform tauglich sein.

TL;Dr Jeder der ein Android Handy hat, sollte sich TextSecure als SMS / MMS App holen. TextSecure ist der mit Abstand beste Instant Messenger derzeit. Plus kostenlos, open source und verschlüsselt.

Proud to be a TextSecure fanboy.


Meine letzte Kritik bezüglich des Funktionsumfanges ist, dass nicht sofort ersichtlich ist, wer von den eigenen Kontakten das Programm auch nutzt. Hier würde ich mir eine kleine Farbmarkierung o.ä. auch im Chatfenster wünschen.

Wikipedia: Link
Textsec

Brandanschlag?

UPDATE: NDR – Täter vermutlich gefasst

Spiegel Meldung
Ein Demoaufruf

Es kann derzeit nicht gesagt werden, inwieweit die Tat einen (wie auch immer gearteten) rechtsextremen, xenophoben oder rassistischen Hintergrund hatte. In den letzten Jahren sind in Hamburg auch vermehrt Kinderwagen aus reinem „jugendlichen Leichtsinn/Blödheit“ in Brand gesteckt worden.
Es kann also sein, dass wir dem Umstand eine Dynamik verleihen, die nicht angemessen sein könnte.
Was also bedeutet das für uns (wenn ich damit einfach mal alle Menschen zusammenfassen darf, die bereit sind herrschende Verhältnisse anzuprangern):

In den letzten Jahren sind durch den NSU mindestens 9 Menschen aus primär rassistischen Motiven ermordet worden. In all diesen Fällen wurde das Umfeld der Opfer verdächtigt. Die Morde wurden durch die Presse beleidigend als „Dönermorde“ verklärt. Eine Vielzahl von Menschen hätten vermutlich durch frühe Ermittlungen in die richtige Richtung gerettet werden können.
Daneben gab es auch viele Opfer, die nicht von einer Terrorzelle, sondern von „ganz normalen Menschen“ verletzt und getötet wurden. Darunter auch Fälle bei denen Polizisten selbst im Verdacht stehen, die Täter zu sein…
Das noch größere Problem allerdings, war und ist das nicht-wahrhaben-wollen der Öffentlichkeit. Eine Gesellschaft die nicht realisieren will, dass Rassismus allgegenwärtig und Hass auf alles, was fremd erscheint, weit verbreitet ist.
Auch wenn wir nicht wissen, inwieweit es sich bei diesem Ereignis um eine rassistisch-motivierte Tat handelt, (wir wissen ja noch nicht einmal ob ein Vorsatz im Sinne einer Tötungsabsicht bestand,) steckt uns doch allen ein Klos im Hals, wenn wir von einem brennenden Haus mit Todesopfern hören, in dem Asylbewerber oder aber auch „nur“ Menschen lebten, denen von unserer Gesellschaft abgesprochen wird, originärer Teil der deutschen Kultur zu sein.

Zu sehr erinnert uns das alles an Vergangenes; an Mölln, an Lichtenhagen, an jeden verdammten Sonntag, an dem wir uns den Faschisten entgegenstellen.
An ihren Hass und die Bereitschaft, Menschen wegen Herkunft und Hautfarbe zu verletzen und zu töten…
Und trotzdem wissen wir, dass wir wenige sind.
Wir wissen, wie viele „Mitbürger“ sich taub und stumm stellen und wie Opfer immer wieder zu Tätern stilisiert werden.
Wir wissen auch, wie wenig Aufklärungsinteresse in der Vergangenheit bestand.
Und wir wissen, dass Dinge nur so lange wichtig sind, wie wir ihnen Wichtigkeit beimessen. So bedauerlich das klingen mag…
…genau deswegen muss Öffentlichkeit hergestellt und ein Bewusstsein geschaffen werden. Ohne Kompromisse.

Die Menschen sollen und müssen damit konfrontiert werden, was in ihrer Gesellschaft passiert.
Niemand soll je wieder sagen können, er habe von all den Verbrechen keine Ahnung gehabt!

Auch wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass es sich um keinen Anschlag handelte, wäre geschehen, was seit langem mal wieder fällig war:
Uns wurde ein Spiegel vorgehalten.

Also beteiligt euch an Aktionen, macht Druck auf die Ermittlungsbehörden, organisiert euch!

Nachsatz:
Ich bin dagegen jetzt schon von rassistischen Morden zu sprechen.
Dafür ist mir die Beweislast zu dünn. Allerdings denke ich, dass ein paar Menschen, die bereits jetzt von Morden sprechen lediglich ein adäquates Gegengewicht zur Verklärungsmentalität der hiesigen Presselandschaft darstellen. Insofern ist das für mich zu vernachlässigen.

Zweiter Nachsatz:
Ich schrieb eben, das mir die Beweislast zu dünn sei und möchte dazu noch kurz etwas los werden.
Ich denke, dass diskutiert werden muss, inwieweit ich mich falsch verhalte, inwieweit man sich falsch verhalten kann, wenn man als deutscher, weißer Linker einer Person of Color unterstellt per se ein Opfer zu sein. Diese Form des Protektionismus ist nicht unkritisch zu sehen. Immerhin bin ich es, als deutscher, weißer Linker und nicht der „Marginalisierte“ selbst, der entscheidet, wen er beschützen möchte und wen nicht.
Dies ist insofern schwierig, als dass wir Solidarität als unsere stärkste Waffe ansehen.
Meine Meinung hierzu: Dieser Diskurs darf nicht verhindern, dass ich helfe, wo ich helfen kann. Aber es sollte gefragt werden, wer mich überhaupt um Hilfe bittet oder ob ich ein mutmaßliches um-Hilfe-bitten voraussetzen kann, sofern die betreffende Person nicht in der Lage ist um Beistand zu bitten.
Manchmal ist es auch so, dass man aus einer solchen Zwickmühle nicht wirklich elegant heraus kommt:
Der Diskurs muss allerdings am Leben gehalten werden, um dafür zu sensibilisieren, dass wir die derzeitigen Verhältnisse möglichst nicht in unserer Arbeit reproduzieren (Der König ist tot, lang lebe der König!)…

Sie waren Antifaschisten

Ich habe -mehr oder minder durch Zufall- in den letzten 24 Stunden von insgesamt 6 Personen zu hören bekommen, dass ihre Groß- bzw. Urgroßeltern wahlweise gegen Hitler gekämpft oder aber zumindest ihre Arbeitserlaubnis verloren hätten.
Das ist ein heikles Thema. Mir käme nicht in den Sinn das Andenken an Opfer des Nationalsozialismus zu beschmutzen, und dennoch fragt man sich in solchen Momenten, wieso das alles so gut funktioniert hat und -sofern die Sache mit dem Krieg nicht gewesen wäre- wohl auch weiter funktioniert hätte, wenn eine so überproportional große Menge an Personen gekämpft „oder aber zumindest“ nicht mitgespielt hätten…
Eigentlich, mag man meinen, ist das Thema doch ein alter Hut und man solle Kinder und Enkel von zumeist ja inzwischen Verstorbenen ihren guten Glauben lassen. Nur ist es keine zwei Tage her, dass ich am Bett einer Patientin stand, die ein Foto von einem „schneidigen jungen Mann“ in SS-Uniform auf ihrem Nachttisch stehen hatte. Das macht es für mich irgendwie aktuell.

Herr Winehouse, falls du mit liest: Dir gilt da mein Vertrauen…
Vielen anderen aber einfach nicht.