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Korrespondenz #1 – Krankenkasse

Ich habe Anfang des Monats wegen einer Sportverletzung feststellen müssen, wie sehr sich manche Arztpraxen wegen nicht-vorhandenen eGKs anstellen.
Von daher habe ich entschieden, mir so eine zuzulegen. Ich bin nur nicht so richtig bereit gewesen, denen ein Foto von mir zu schicken (Wer ist das schon?)…

Also habe ich das hier hochgeladen:

Che
Man mag ja von ihm halten, was man will… hübsch war er…

Einige Wochen später ein Anruf:

„Arma?“
„Hallo, hier ist Sieglinde Voralberg [Name geändert] von der XY-Versicherung.“
„Guten Tag!“
„Ja, Herr Arma, es geht um ihre elektronische Gesundeitskarte…“
„…“
„…also besser: um das Foto.“
„Ahh, dass das ich eingesendet hatte?“
„Ja, genau… das was da ihr Gesicht verdeckt…“
„Mein Barett?“
„Ja, das. Das darf da nicht sein.“
„Aber ich trage es immer. Man würde mich ohne viel weniger erkennen, als mit. Es ist sozusagen mein Markenzeichen.“
„Das verstehen wir, Aber wir haben da unsere Vorschriften… Sie wissen schon [verschwörerisch].“

…Jaja…wegen dieser ominösen Vorschriften habe ich doch dieses und kein anderes Bild eingesendet…

Wir haben uns dann auf die Neueinsendung eines Fotos ohne Barett geeignigt. Also habe ich das hier an den Start geschickt:

Che

Links des Tages #2

#freesoftware
(Ich gebe zu, das ist Werbung. Allerdings habe ich hier schon das ein oder andere Fundstück gemacht)

#Jura
(Nochmal ein interessantes aber verstörendes Thema)

#recipes
Zu diesen Rezepten, gibt es auch noch ein Buch, dass ich bei Gelegenheit nochmal kurz vorstellen will)

#Song

#Mundpropaganda

Zum Verständnis

Die Schwierigkeit liegt nicht in der Form der Solidaritätsbekundung:
In meinen Augen sollten sich soviel heterosexuelle Männer wie möglich außer der Reihe küssen (#MännerdieMännerküssen).
Auch ist den Abgelichteten hoch anzurechnen, dass sie sich ein Stück weit „angreifbar“ machen.

Die Schwierigkeit liegt in der Form der Präsentation:
Gentleman, die andere Gentleman auf eine heterosexuelle Weise küssen und diesen Fakt auch noch hervorstellen, sind an und für sich nicht mehr, als Privilegierte, die andere Privilegierte küssen, um Unprivilegierte zu privilegisieren.

Die Frage ist doch die nach der Exit-Strategie:
Ein Herbert Grönemayer kann sagen, ich habe einen Mann geküsst, weil Männer sich küssen sollen dürften, ABER ich selbst bin nicht schwul („no homo“), ich setze mich nur für universelle Menschenrechte ein. Und wenn es ihm zu viel wird, kann er einfach auf die Tatsache verweisen, dass er ja eben nicht schwul sei. Das er nur helfen wollte. Nebeneffekt: Er poliert seine Männlichkeit auf („Gentleman“).
Ein x-beliebiger Homosexueller kann das alles nicht. Für diesen Menschen ist küssen kein Akt der Propaganda, sondern ein Akt der Selbstverwirklichung.

Die Kampagne wäre um so vieles ernster zu nehmen, wenn sich die Burschen einfach geküsst hätten, Fotos davon veröffentlicht worden wären und Ende. Keine Stellungnahmen, keine Selbstrechtfertigung…

Alles andere sieht für mich so aus: