Sie waren Antifaschisten

Ich habe -mehr oder minder durch Zufall- in den letzten 24 Stunden von insgesamt 6 Personen zu hören bekommen, dass ihre Groß- bzw. Urgroßeltern wahlweise gegen Hitler gekämpft oder aber zumindest ihre Arbeitserlaubnis verloren hätten.
Das ist ein heikles Thema. Mir käme nicht in den Sinn das Andenken an Opfer des Nationalsozialismus zu beschmutzen, und dennoch fragt man sich in solchen Momenten, wieso das alles so gut funktioniert hat und -sofern die Sache mit dem Krieg nicht gewesen wäre- wohl auch weiter funktioniert hätte, wenn eine so überproportional große Menge an Personen gekämpft „oder aber zumindest“ nicht mitgespielt hätten…
Eigentlich, mag man meinen, ist das Thema doch ein alter Hut und man solle Kinder und Enkel von zumeist ja inzwischen Verstorbenen ihren guten Glauben lassen. Nur ist es keine zwei Tage her, dass ich am Bett einer Patientin stand, die ein Foto von einem „schneidigen jungen Mann“ in SS-Uniform auf ihrem Nachttisch stehen hatte. Das macht es für mich irgendwie aktuell.

Herr Winehouse, falls du mit liest: Dir gilt da mein Vertrauen…
Vielen anderen aber einfach nicht.