Archiv für Januar 2014

Briefe #2 – SZ und die Abstammungsfrage

Leserbrief auf diesen SZ-Artikel

Sehr geehrte Damen und Herren,
mir erschließt sich der Sinn der Erwähnung der Herkunft der Menschen, über die Sie in Ihrem Artikel schreiben nicht. Inwieweit ist es für das Verständnis der Sachlage wichtig, dass Täter und Opfer in Deutschland lebende Kosovaren waren?
Oder waren es deutsche mit kosovarischer Herkunftsgeschichte?
Mir ist zwar bewusst, dass Menschen aus Kriegsgebieten bestimmten traumatischen Belastungen unterlegen sind, die bestimmtes Handeln und Denken mitverursachen können, so nimmt Ihr Artikel jedoch keinen qualifizierten Bezug hierauf. Auch scheint dieser Umstand, zumindest lässt Ihr Artikel davon nichts verlauten, nicht Bestandteil des Prozesses gewesen zu sein.
Es wird lediglich, wie aus dem Zusammenhang gerissen, impliziert, dass es sich bei den genannten Personen, um nicht-Deutsche handelt.
Die Erwähnung der Herkunft von Täter und Opfern kann also lediglich aus zwei Motiven heraus geschehen sein:
1) Der Autor wollte bewusst oder unbewusst implizieren, dass es sich um ein parallelgesellschaftliches Phänomen handelt. Hierfür gibt es aber, mit Ausnahme der Abstammung der Beteiligten, keinen Anhalt. Und allein die Abstammung für eine solche Unterstellung heranzuziehen, würde einen mehr als faden Beigeschmackt hinterlassen.
2) Es war unbedacht und lediglich einem prosaischen Erzählstil gezeugt, um den Leser bei Laune zu halten. Dann allerdings muss ich mich fragen, wieso nicht beim ebenfalls im Artikel erwähnten Richter oder den genannten Polizisten angegeben wurde, welcher Abstammungslinie sie entspringen.
Auch erschließt sich mir nicht, wieso ein pathoserregendes Zitat über in-Deutschland-läuft-das-anders einen relevanten Bezug zum Tatgeschehen herstellen soll. Sollen hier Unterschiede zwischen einer „zivilisierten“ und einer „unzivilisierten“ Welt hergestellt werden?
Wenn Sie sich einmal im öffemtlichen Raum, unter „Deutschen“ umhören, was zum Beispiel mit Sexualverbrechern geschehen solle, so ist es um den Drang des Bürgers zur Selbstjustiz nicht weit. Und auch prügelnde Ehemänner liegen dabei nicht hoch im Kurs.

Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.

Mit freundlichen Grüßen
Kh Arma

Links des Tages #7

Meine zwei Songs der Woche. Mal ganz Massenkonform…

Guter Überblick zum Thema Umweltbelastung durch Flugreisen

#Abmahnwelle

Zur Nachverfolgung

Mein Rassismus #4

Hamburg, Kreuzung, 20.​12.​2013

Die meisten Dinge, über die man sich ärgert passieren (zumindest gefühlt) im Straßenverkehr. Ich wartete vor einigen Tagen auf den Bus, Kopfhörer in den Ohren, als mir eine irgendwie aufsehenerregende Verkehrssituation auffiel. Ich könnte gar nicht mehr genau sagen, was genau so aufsehenerregend war, vermutlich lag einfach eine gewisse Spannung in der Luft. Ich nahme meine Kopfhörer raus und betrachtete das Bild.
Zwei Autos standen sich gegenüber. Er wollte abbiegen, sie gradeaus durchfahren. Sie traute sich allerdings nicht so richtig, weil immer mal wieder Querverkehr kam.
Irgendwann platze ihm der Kragen und sein Auto schoss einen Meter vor. In genau diesem Moment fuhr auch sie los…
Er riss seine Tür auf und schrie sie an… Wie sie so blöd sein könne… Warum sie ihren Führerschein nicht gleich zerreiße und so weiter…
Sie riss ihrer Tür auf, beleidigte ihn einmal ordentlich durch und fuhr weg. Dabei fiel mir ihr Akzent auf… Spanierin, vielleicht…

Als er dann, immer noch fluchend, abbog und an meiner Haltestelle vorbei kam, dachte ich so bei mir:
„Der hat sie bestimmt wegen ihrer Herkunft so angeschnauzt… Klar… Der Typ muss ein Rassist sein.“

…wo ich das her hatte? Keine Ahnung.
Jedenfalls war ich es, und nicht er, der ihre vermeindliche Herkunft ins Spiel gebracht hatte. Wenn auch nur, um ihm daraus einen Strick zu drehen…

Links des Tages #6

Aus aktuellem Anlass

#zuspätgesehenabermehralssinnvoll

Symbolische Wehrhaftigkeit

Vegetarische Metzgerei

Briefe #1 – Bayerische Hausbau

Abgeschickt am 02.01.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Partnerin und ich erwarben vor kurzem das Coupon- und Gutscheinbuch Hamburg 2014 vom Luups-Verlag.
Bei der Durchsicht des Büchleins stießen wir auf ein interessantes Angebot eines Musiklokals mit dem Namen Molotow. Wir hatten schon viel über dieses besagte Lokal gehört und beschlossen den Gutschein, der uns einen halbierten Eintrittspreis zusichert, wenn wir mit zwei Personen kommen würden, alsbald einzulösen. Den Gutschein lege ich zum besseren Verständnis in Kopie bei.
Als wir erfuhren, dass das Gebäude aufgrund des baulichen Zustandes derzeit auf behördliche Anordnung nicht betreten werden darf, traf uns das wie ein Schlag. Immerhin minderte das den Wert unseres Gutscheinbüchleins und sollte auch verhindern, dass wir diese interessant klingende Lokalität kennen lernen konnten.
Ich beschloss also umgehend, den Betreiber des Molotow durch einem Brief mit einer Forderung nach Ersatz der angebotenen Leistung zu konfrontieren. Da ich am selbigen Tag jedoch berufsbedingt noch einiges zu verrichten hatte, entschied ich, dass diese Angelegenheit auch bis zum nächsten Tage warten könne. Ich habe also im sprichwörtlichen Sinne nochmal eine Nacht über die Sachlage geschlafen.
Am nächsten Morgen dann, traf es mich erneut. Mir war nun bewusst, dass der Eigner des Lokals nicht der richtige Ansprechpartner für mein Ansinnen sein konnte. Es handelt sich schließlich nicht, um einen Gutschein, über ein Freigetränk oder eine Kleinigkeit zu Essen. Der Gutschein berechtigt zum freien Eintritt in das Gebäude für eine Begleitperson des Gutscheinbesitzers.
Nun sollte Ihnen deutlich werden, worauf ich hinaus will. Der Eintritt in das Gebäude wird uns ja nicht seitens des Molotows, sondern auf behördliche Anordnung verwehrt.
Zu dieser Anordnung kam es, meines Wissen nach, durch einen unsachgemäßen Umgang mit der, sich in Ihrem Besitz befindlichen, Immobilie.
Also frage ich Sie, meine Damen und Herren, wie gedenken Sie mir und meiner ebenfalls enttäuschten Lebensgefährtin dieses gesellschaftliche Erlebnis zu ersetzen?
Ich darf davon ausgehen, dass sie eine Fond oder eine andere Art der Entschädigungseinrichtung betreiben. Immerhin besitzen viele Bürgerinnen und Bürger ein solches Couponbüchlein. Hieraus könnten dementsprechend aberdutzende von Forderungen gegen Sie geltend gemacht werden.
Aber lassen Sie sich sagen: Ich bin kein Unmensch, ich bin selbstredend bereit auf die gerichtliche Erstreitung meines Rechtes auf freien Eintritt für eine Begleitperson und den aus diesem Urteil resultierenden Schadenersatzansprüche aller Couponbüchleinbesitzer zu verzichten, sollten Sie sich bereit erklären, das Gebäude wieder in einen derartigen Zustand zu versetzen, dass ein Betreten wieder möglich gemacht wird und auch zur zukünftigen Pflege des Objektes bereit zu erklären.
Ich erwarte ihre Antwort innerhalb von zehn Tagen.

Hochachtungsvoll

Gutschein